NCL-Netzwerk
Seit ihrer Gründung im Jahre 2002 versucht die NCL-Stiftung, mit Hilfe gezielter Anschubfinanzierung, Forschungslücken zu schließen. Zu den indirekten Maßnahmen der Forschungsvernetzung zählen verschiedene Wissenschaftler-Treffen mit wechselnden Themenschwerpunkten, die von der NCL-Stiftung organisiert werden. Diese Veranstaltungen sind Plattformen für den Austausch von Ergebnissen und innovativen Forschungsideen, die als Basis für neue Kooperationen dienen. Die daraus neu entstehenden Forschungsprojekte werden z.T. mit einer Anschubfinanzierung in Form von Doktorandenstipendien gefördert.
Die NCL-Stiftung vernetzt auch Forschergruppen direkt auf 1:1 Basis. Der aktuelle Zwischenstand (Juli 2012) zeigt, dass die NCL-Stiftung seit 2002 mindestens 35 neue Forschungskooperationen auf den Weg gebracht hat (s.u.). Der überwiegende Teil sind neue Zusammenarbeiten zwischen universitären Gruppen (66%). Jeweils 17% entfielen auf Kooperationen zwischen einer universitären Gruppe und einem Forschungsinstitut bzw. einer forschenden Firma.

Mitglieder des NCL-Netzwerkes (alphabetisch - Stand 2012)
Prof. Dr. Ralf Baumeister (www.celegans.de)Professor an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau. Forschung: Entwicklung von Tiermodellen für Gen-Funktionsanalysen. Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen (Alzheimer, Parkinson, Hörverlust und neuerdings NCL). Herr Prof. Baumeister ist mit einem eigenen NCL-Thema im EU-Programm APOPIS (Abnormal proteins in the pathogenesis of neurodegenerative disease) vertreten.
Prof. Dr. Thomas Braulke (www.uke.uni-hamburg.de)Prof. Braulkes Labor am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf beschäftigt sich mit verschiedenen NCL-Formen. Schwerpunkte liegen hier in der Analyse von Sortierungs-prozessen und der Funktionsanalyse der betroffenen Proteine. Im April 2004 hat die NCL-Stiftung ein ko-finanziertes Doktorandenstipendium an Dipl. Biochemikerin Sandra Pohl vergeben.
Dr. Jonathan Cooper (http://neuroscience.iop.kcl.ac.uk/psdl)Dr. Jonathan Cooper führt das "Pädiatrische Speicherkrankheiten Labor (PSDL)"- am Institut der Psychiatrie, King's College London. Der Hauptfokus des Labors liegt auf dem Verständnis des "Wo", "Wann" und "Wie" im Gehirn, welches durch verschiedene NCL-Formen beinträchtigt wird. Hierzu werden stereologische Analysen der Neuropathologie an verschiedenen NCL-Mausmodellen durchgeführt und mit humanen NCL-Daten verglichen. Diese Studien spiegeln den Krankheitsverlauf wieder und können die Effizienz von therapeutischen Ansätzen beurteilen. Dr. Cooper kooperiert mit Kollegen aus den USA, Neuseeland und Mitgliedern der EU-NCL-Gruppe.
Prof. Dr. Beverly L. Davidson www.healthcare.uiowa.eduProf. Davidson ist Laborleiterin an der Universität von Iowa, USA. Ihre AG forscht an CLN3 und konnte unter anderem zeigen, dass es in der lysosomalen Plasmamembran lokalisiert ist. Jetzt arbeitet die Gruppe an der Orientierung des Proteins in der Membran und dessen Reaktionspartner. Außerdem forscht sie an NCL-Mausmodellen ob der Gentransfer von CLN3 ins Gehirn das Absterben von Neuronen verhindert. Ziel ist es, herauszufinden wie der Verlust von CLN3 zur Neurodegeneration führt und ob Genersatztherapie die NCL-Krankheit heilt oder lindert.
Prof. Dr. Gert Fricker (www.uni-heidelberg.de)
Professor Fricker ist Leiter des Instituts für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Seine Interessen liegen im Arzneimitteltransport durch die Blut-Hirn-Schranke, in Transportproteinen, in der Arzneimittelentwicklung und im drug-targeting.
Dr. Peter Geigle (www.cellmed.de)
Prof. Dr. Jefferey Gerst (www.weizmann.ac.il/molgen/members/gerst.html)
Prof. Dr. Hans-Hilmar Goebel (www.uni-mainz.de)
Prof. Dr. Christoph Hübner (www.charite.de)Direktor der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Neurologie (Charité, Berlin). Hier werden Kinder mit neurologischen Erkrankungen, wie Epilepsien, entzündliche oder metabolische Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems, neuromuskuläre Erkrankungen, perinatale Schädigungen des Nervensystems oder angeborene Fehlbildungssyndrome, behandelt.
Prof. Dr. Anu Jalanko (www.ktl.fi)
Direktorin des Instituts "Molekulare Medizin" des "National Public Health Institutes" in Helsinki, Finnland. Sie ist außerdem Sprecherin des Europäischen Programms "NCL-models", welches 9 verschiedene Arbeitsgruppen beinhaltet. Dieses Projekt wird für 3 Jahre gefördert (2004-2006). Wissenschaftliche Schwerpunkte liegen in der infantilen, finnischen spätinfantilen und der juvenilen NCL.
Prof. Dr. Alfried Kohlschütter (www.uke.uni-hamburg.de)
Professor für Kinderheilkunde an der Kinderklinik der Universität Hamburg. Wissenschaftliche Interessensgebiete: Degenerative und Stoffwechselleiden des kindlichen Nervensystems.
Professor Dr. Rudolf Martini (http://www.klinik.uni-wuerzburg.de/neurologie)
Professor und Leiter der Abteilung Neuronale Entwicklungsbiologie im Fachbereich Neurologie der Julius -Maximilians-Universität in Würzburg. Der Forschungsschwerpunkt des Labors ist die Aktivierung und Pathogenität immunverwandter Zellen in Modellen von Erbkrankheiten, welche das zentrale und periphere Nervensystem betreffen. Die NCL-Stiftung unterstützt derzeit ein Kollaborationsprojekt zwischen dem Martini-Labor und dem Labor von Dr. Jon Cooper (London) zum Thema Immunzellen in NCL-Modellen.
Dr. Hannah Mitchison (http://www.ich.ucl.ac.uk/ich/academicunits/MMU/StaffList)
Am UCL Institute of Child Health hegt Dr Mitchison ein langjähriges Interesse an der molekulargenetischen Analyse der NCL-Formen, mit speziellem Fokus auf Knockout-Mäuse zur Analyse der Proteinfunktion von CLN3. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf den autophagischen Mechanismen der NCL-Formen und auf neuen Untersuchungen über die Grundlage des Zelltods der Netzhaut bei der CLN3-Krankheit.
BA PhD Sara E. Mole (www.ucl.ac.uk/paediatrics)
Senior Lecturer in Molekularer Genetik in der Royal Free and University Collegee Medical School London. Wissenschaftliche Interessengebiete sind die NCLs. Schwerpunkte liegen in der Identifizierung der betroffenen Gene und deren Charakterisierung (www.ucl.ac.uk/ncl). Aktueller Fokus: Funktionelle Analyse von CLN3 und CLN6. Etablierte Modellsysteme für CLN1 und CLN3 sind die Hefe Schizosaccharomyces pombe und der Fadenwurm Caenorhabditis elegans.
Dr. Martin Oheim (http://www.biomedicale.univ-paris5.fr/neurophysiologie/index.php)
Prof. PhD David Pearce (dbb.urmc.rochester.edu)Leiter des größten amerikanischen Labors (University of Rochester School of Medicine and Dentistry, USA), welches sich mit CLN3 beschäftigt. Expertisen liegen in der Hefe-Forschung und verschiedenen Mausmodellen. Des Weiteren wird der Einfluss der nachgewiesenen GAD65-Autoantikörper untersucht.
Priv.-Doz. Dr. Ing. Harald H. Quick (www.uni-essen.de)
Leitender Physiker am Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie des Universitätsklinikums Essen. Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Medizinischen Bildgebung mittels Magnetresonanz-Tomographie (MRT). Dr. Quick steht der NCL-Stiftung gemeinsam mit Dr. Schlamann bei der Evaluation der diagnostischen Möglichkeiten der MRT zur Diagnose von NCL beratend zur Seite.
Dr. Mika O. Ruonala (http://www.cmp.uni-frankfurt.de/)
Mit Hilfe von biochemischen, molekularbiologischen und biophysikalischen Methoden versuchen wir die physiologische Funktion des CLN3-Proteins aufzuschlüsseln. Es werden neue Markierungstechnologien eingesetzt, um die Lokalisation, die Eigenschaften und die Halbwertzeit von CLN3 in lebenden Zellen und Geweben darzustellen. Diese Methoden können auch CLN3-Interaktionspartner in Verbindung mit Massen-Spektrometrie identifizieren, welche mit FRET-FLIM Mikroskopie verifiziert werden. Nach Aufklärung der normalen Funktion von CLN3 werden die Eigenschaften der CLN3-Proteine der Patienten untersucht. Das neue Bildverfahren ermöglicht es uns, die Menge und Lokalisation von einer unbegrenzten Zahl an Proteinen im selben Gewebe zu analysieren. Dieser Toponomics Ansatz wird mit Hilfe eines "lead" Proteins, den Krankheitsverlauf der juvenilen NCL reflektieren. Möglicherweise werden hieraus neue Therapieansätze resultieren.
Prof. Dr. Paul Saftig (www.uni-kiel.de)
An der Christian Albrecht Universität in Kiel erforscht Prof. Saftigs Gruppe die in vivo Funktionen der lysosomalen Membranproteine LAMP-1, LAMP-2 und LIMP-2. Mehrere Mausmodelle stehen der Gruppe zur Verfügung. Ein Hauptaugenmerk liegt in der Untersuchung der Autophagozytose.
Prof. Dr. Konrad Sandhoff (http://www.uni-bonn.de/~unc4c3/)Ordentlicher Professor für Biochemie am Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn. Zu seinen Interessengebieten zählt u.a. Stoffwechsel, Enzymologie und die Molekulare Analyse von Erbkrankheiten.
Prof. Dr. Hans Schöler (www.mpi-muenster.mpg.de)
Professor Schöler ist Direktor des Max Planck Institutes für Molekulare Biomedizin in Münster und leitet die Abteilung Zell- und Entwicklungsbiologie. Ziel der Arbeiten dieser Abteilung ist es, die Keimbahn von Säugern aus molekularbiologischer Sicht zu verstehen. Sie besteht aus zwei Komponenten: aus pluripotenten Zellen und Keimzellen. Eine der Fragen, die er beantworten will ist, wie Körperzellen oder Zellen aus Nabelschnurblut in pluripotente Zellen umgewandelt werden können. Diese Untersuchungen mit Zellen von Mäusen befinden sich in der experimentellen Phase, und sollen in Zukunft dazu beitragen, aus pluripotenten Zellen organspezifische Zellen herzustellen, die vom Immunsystem eines Patienten akzeptiert werden.
Prof. Dr. Dr. Robert Steinfeld (www.paediatrie2.med.uni-goettingen.de)Prof. Steinfeld arbeitet klinisch und wissenschaftlich am Universitätsklinikum Göttingen und beschäftigt sich mit der Krankheitsentstehung und möglichen Behandlungsverfahren von NCL-Erkrankungen. Weiterhin arbeitet Herr Steinfeld bisher ungeklärte NCL-Fälle auf und hat im Jahr 2006 eine neue NCL-Form - die Cathepsin D defiziente NCL oder CLN10 - erstmalig beschrieben. Neben der Diagnostik der NCL-Erkrankungen werden im Labor von Herrn Steinfeld über 40 verschiedene lysosomale Speichererkrankungen untersucht.
Dr. Stephan Storch (www.uke.uni-hamburg.de)
Dr. Storch beschäftigt sich am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf mit den molekularen Grundlagen der juvenilen NCL. Schwerpunkte liegen in der Identifizierung lysosomaler Sortierungssignale und den entsprechenden Transportwegen. Dr. Storch betreut die Diplom-Biochemikerin Sandra Pohl, welche für das erste Jahr ihrer Promotion ein Doktorandenstipendium der NCL-Stiftung erhalten hat. Sie analysiert in ihrer Doktorarbeit die molekularen Veränderungen während der Pathogenese der juvenilen NCL mittels eines Mausmodells.



