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Aktuelle Förderungen

I. Co-finanziertes Doktorandenstipendium

II. Co-finanzierte Forschungsprojekte

 

Co-finanziertes Doktorandenstipendium (NCL-Stiftung / Hochschule)

1. Mausmodell (Prof. Braulke, UKE)

Im Juli 2007 lief das erste von der NCL-Stiftung co-finanzierte NCL-Doktorandenstipendium am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf im Arbeitskreis von Prof. T. Braulke aus. Die Doktorandin Sandra Pohl arbeitete am Thema  "Analyse der Expressionsveränderungen von Genen im Gehirn von CLN3 defekten Mäusen". Ziel war u.a. die Aufklärung der unbekannten Funktion des CLN3-Proteins.

 Projektbeschreibung der Doktorarbeit von Sandra Pohl als PDF (~73KB)

Aufgrund des Einsatzes der Stipendiatin kamen während der Doktorarbeit 3 wissenschaftliche Veröffentlichungen zustande:

1. A dileucine motif and a cluster of acidic amino acids in the second cytoplasmic domain of the batten disease-related CLN3 protein are required for efficient lysosomal targeting.
(J. Biol. Chem. 2004 Dec 17; 279 (51): 53625-34. Storch S., Pohl S., Braulke T.)
 
2. C-Terminal Prenylation of the CLN3 membrane glycoprotein is required for efficient endosomal sorting to lysosomes.
(Traffic. 2007 Apr; 8 (4): 431-44. Storch S., Pohl S., Quitsch A., Falley K., Braulke T.)
 
3. Increased expression of lysosomal acid phosphatase in CLN3-defective cells and mouse brain tissue.
(J. Neurochem. 2007 Dez; 103 (6): 2177-88. Pohl S., Mitchison H.M., Kohlschütter A., van Diggelen O., Braulke T., Storch S.)
 
Frau Pohl ist nach ihrer Doktorarbeit der Erforschung lysosomaler Speicherkrankheiten treu geblieben und hat 7 weitere Veröffentlichungen in diesem Feld vorzuweisen.
 

Co-finanziertes Doktorandenstipendium (Stiftung / Stiftung)

2. Einfluss von Immunzellen auf NCL (Dr. Cooper, GB & Prof. Martini, D)

Gemeinsam mit der R+W-Stiftung wurde im November 08' im Labor von Prof. Rudolf Martini (Würzburg) eine neue Doktorandenstelle eingerichtet. Herr Prof. Martini ist ausgewiesener Experte im Bereich der Neuroimmunologie. Dieses Feld ist in der NCL-Forschungslandschaft so gut wie gar nicht vertreten. Das Doktorandenstipendium erhielt der Diplom-Biologe Janos Groh. Zusätzlich wird aufgrund der großzügigen Unterstützung des BCCG British Day e.V. ein Doktorand in der NCL-Forschungsgruppe von Dr. Jon Cooper (London) gefördert, der seine Arbeit im Januar 09' aufnehmen wird. Das Projekt "Pathogenic impact of immune-related cells in two models of neuronal ceroid lipofuscinosis (Batten disease)" ist ein Gemeinschaftsprojekt beider Labore. Mithilfe des letzten von der Stiftung ausgerichteten NCL-Kongresses konnten diese beiden Forscher miteinander vernetzt werden. Hervorzuheben ist, dass die beiden Doktoranden auch beim Kooperationspartner eine zeitlang im Labor arbeiten dürfen. Somit kann es zu einem Wissenstransfer zwischen den beiden Einrichtungen kommen und Methoden können ausgetauscht werden.

Erster Zwischenbericht aus Würzburg (von Janos Groh)

Das Gemeinschaftsprojekt “Pathogenic impact of immune-related cells in two models of neuronal ceroid lipofuscinosis” der Labore von Prof. Rudolf Martini und Dr. Jonathan D Cooper lief im November 2008 an. Seitdem kam es zu regelmäßigem wissenschaftlichen Austausch und erste Ergebnisse wurden durch gemeinsame Forschung gewonnen. Mitarbeiter des Labors von Prof. Rudolf Martini, darunter auch Doktorandenstipendiat Janos Groh, besuchten das Labor von Dr. Jonathan D Cooper in London um Konzepte und wissenschaftliche Techniken auszutauschen. Während eines Besuches von Jonathan Cooper im Martini Labor in Würzburg wurde dieser Austausch vertieft. Erste Daten, die im CLN3-defizienten Mausmodell der JNCL (Mitchison et al., 1999) gewonnen wurden, bestätigen die Präsenz von Immunzellreaktionen in spezifischen Regionen des ZNS in diesem Modell und weisen auf frühe aber abnorme mikrogliale Reaktionen in der Pathogenese hin. Besonders betroffene Regionen waren Thalamus und Cortex. Bisherige Analysen der N. optici lieferten keine Hinweise auf offensichtliche Immunzellreaktionen zu frühen Zeitpunkten in der Pathogenese. Zukünftige Ziele des kofinanzierten Projektes werden auf eine detailierte funktionelle Charakterisierung der Immunzellen in beiden analysierten Mausmodellen der neuronalen Ceroid Lipofuszinose fokussiert sein.

Die Forschung trägt erste Früchte. Der von Janos Groh eingereichte Abstract "Immune-related cells are pathogenic mediators in neuronal ceroid lipofuscinosis (NCL or Batten disease)" wurde für das Jahrestreffen der Society for Neuroscience in San Diego als 15-minütiger Vortrag angenommen. Dieses Treffen, welches vom 13. bis zum 17. November 2010 stattfand, stellt mit bis zu 35.000 Telnehmern das weiltweit größte Meeting der Neurowissenschaftler dar.

Den Abstract von Herrn Groh finden Sie hier.

3. Fehlfunktion der Mikroglia? (Prof. Dr. Langmann, D) Logo der Auerbach Stiftung

NCL-Stipendiatin Myriam MirzaDie NCL-Stiftung fördert in der Arbeitsgruppe Netzimmunologie um PD Dr. Langmann ein Doktorandenstipendium. Im Forschungsprojekt soll eine mögliche Fehlfunktion der Mikroglia, insbesondere bei Sehstörungen als Leitsymptom der juvenilen Neuronalen Ceroid Lipofuszinose, beleuchtet werden. Zudem soll der Effekt einer Immuntherapie zur Behandlung der Netzhautdegeneration in NCL-Mausmodellen untersucht werden. Dieses Projekt wird von der Auerbach Stiftung gefördert.

Als neue Stiftungsstipendiatin dürfen wir die gebürtige Kanadierin Myriam Mirza begrüßen.

 


4. iPS-Zellen von Patienten (Prof. Storch, D & Prof. Schöler, D & Dr. Cotman, USA)

Xenia Lojewski für NCL-StiftungAufgrund der großartigen Unterstützung vieler Läufer, ehrenamtlicher Helfer, Politiker, Sponsoren und privaten Spendern befinden wir uns in der Lage ein weiteres Doktorandenstipendium zu vergeben. Frau Xenia Lojewski wird im Labor von Prof. Storch an der TU Dresden an einem NCL-Projekt forschen. Die Einnahmen des 1. NCL Charity Run sichern die Förderung der ersten zwei Jahre. Die offizielle Vergabe des Stipendiums findet am 16. September 2010 in den Räumlichkeiten des MTZ der Universität Dresden statt. Es handelt sich hier um ein international ausgerichtetes Forschungsprojekt, welches sich den sog. induzierten pluripotenten Stammzellen widmet.
 
 
 

5. NCL-Hefe (Dr. Mole, UK) Logo der Auerbach Stiftung

Aufgrund der großzügigen Unterstützung der Auerbach Stiftung konnte die NCL-Stiftung ein weiteres Doktorandenstipendium vergeben. Seit Dezember 2010 forscht nun die Biologin Mariana Vieira im Labor von Dr. Sara Mole am University College London an NCL. Der Titel ihrer Doktorarbeit lautet „Strategy for identification of new therapeutic targets for JNCL using yeast genetics“. Die Förderzeitraum beläuft sich auf insgesamt drei Jahre.
Die Art der Mutation im CLN3-Gen, die zur JNCL führt, nimmt Einfluss auf die Geschwindigkeit des Krankheitsverlaufs sowie auf die Schwere der Krankheitsausprägung. Außerdem können auch andere Genprodukte den Krankheitsverlauf modifizieren. Es handelt sich hier um sog. „modifier genes“.
Das Labor von Dr. Mole hat sich auf die Hefe Saccharomyces pombe spezialisiert, welche ebenfalls ein CLN3-Gen besitzt namens BTN1. Durch spezielle molekularbiologische Methoden kann die Krankheit NCL in diesem Pilz nachempfunden werden. Die Stipendiatin sucht nun Hefe-Gene, deren Ausschaltung mit einem leichten Krankheitsverlauf assoziiert sind. Außerdem screent sie nach Genen, deren Überexpression den „gesunden“ Phänotyp des Ausgangsstamms wiederherstellen. Möglicherweise werden über diesen Ansatz neue Angriffspunkte für eine medikamentöse Therapie identifiziert. Leider gibt es bis heute noch keine Therapien, die NCL heilen, verlangsamen oder verhindern könnten.


6. NCL-Biomarker (Dr. Ruonala, D)

Die Arbeitsgruppe um Dr. Mika Ruonala erforscht seit vier Jahren im Center for Membrane Proteomics der Goethe-Universität Frankfurt, welche Folgen die CLN3-Genmutation auf der zellulären Ebene hat. Inzwischen haben die Forscher genügend Angriffspunkte für Medikamente gefunden, so dass sie nun in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Dr. Cotman an der Harvard Medical School in Boston, USA, ein Screening für Wirkstoffe beginnen können.
Als Bestandteil seiner Doktorarbeit geht Anton Petcherski für ein Jahr nach Boston, um in den dortigen Sammlungen von Wirkstoffen nach einem geeigneten Medikament für die JNCL zu suchen. Die Forscher beschränken ihre Suche auf bereits zugelassene Medikamente, weil dies die Zeit bis zur klinischen Versuchsphase erheblich abkürzt.
Die Doktorarbeit von Herrn Petcherski wird z.T. durch die Förderung der R+W-Stiftung ermöglicht, die Dank der Hamburger NCL-Stiftung für das Projekt gewonnen werden konnte. Die Erlöse der R+W Stiftung fließen in Hilfsprojekte  für Kinder und unterstützen die Forschung an Hochschulen in Deutschland.
 
 

II. Co-finanzierte Forschungsprojekte (Stiftung / Stiftung)

1. Mausmodell Prof. Rüther, Charité (Berlin)

Gemeinsam mit der Ernst und Elfriede Griebel's Förderungs- und Unterstützungsstiftung wurde 2005 das NCL-Projekt "Funktionelle und morphologische Untersuchung der Netzhaut des CLN3-knock-in Mausmodellen" (Prof. Rüther, Charité, Berlin) unterstützt. Dieses ist das erste in Kooperation unterstützte Projekt der beiden Stiftungen. Der Schwerpunkt dieses Projektes lag in der detaillierten Analyse der Netzhaut- und Sehfunktion des CLN3∆ex7/8 knock-in Mausmodells. Es wurden mehrere Methoden wie z.B. Elektroretinogramm, Pupillographie, Adaptometrie und Netzhautangiographie eingesetzt. Die Analysen dienten als Vorbereitung für die Untersuchung therapeutischer Interventionsstrategien. Das Mausmodell wurde von Herrn Prof. Schliebs vom Paul Flechsig Institut (Leipzig) zur Verfügung gestellt. 2004 hatte die NCL-Stiftung die Etablierung dieses Modells in Leipzig initiiert. Somit wurde die Voraussetzung für den Folgeantrag geschaffen und das NCL-Netzwerk weiter ausgebaut.

 

2. Mausmodell (Dr. Cotman, USA)

Seit Juni 2007 fördern beide Stiftungen das Folgeprojekt bei Herrn Prof. Rüther in Höhe von 25.000€. Grundlage des Projektes ist die detaillierte Untersuchung des auf einen C57Black6-Hintergrund zurückgekreuzten Knock-in Mausmodells von Susan Cotman (USA). Der Schwerpunkt liegt erneut auf der Analyse des retinalen Degenerationsprozesses.

  Beschreibung des Forschungsprojekts von Prof. Rüther als PDF (~ 12 KB)

Mittlerweile wurden zwei weitere Folgeprojekte gemeinsam mit der Griebel-Stiftung bei Prof. Rüther finanziert.

 Zusammenfassung des Forschungsprojekts von Prof. Rüther als PDF (~ 11 KB)

 

3. Funktion von CLN3 (Prof. Davidson, USA)

Porträt Dr. Colleen SteinDie NCL-Stiftung förderte von 2008 bis 2009 gemeinsam mit der amerikanischen Familiengruppe (BDSRA) ein neues Forschungsprojekt. Die Gruppe von Beverly Davidson wurde mit einem fünfstelligen Eurobetrag für die Forschungsarbeit von Dr. Colleen Stein unterstützt. Ziel war und ist es, eine wichtige Funktion von CLN3 aufzuklären.

Dr. Colleen Stein

 
Erste Ergebnisse des Projektes wurden März 2010 im Fachmagazin Am. J. Physiol. Cell Physiol. publiziert. Der Titel des Artikels lautete: Osmoregulation of Ceroid Neuronal Lipofuscinosis Type 3 (CLN3) in the Renal Medulla. (Stein, C. et al.). Anscheinend wird das CLN3-Gen auch in der Niere vermehrt exprimiert. In dem von ihr entwickelten Cln3 Reporter Maus Modell wies sie eine von der Osmose regulierte Expression des Gens nach. Das Cln3-Protein könnte in der Niere an der Kontrolle des Wasser- und Kalium-Haushalts beteiligt sein.
 
Stand 11/08: CLN3 interagiert mit einem wichtigen zentralen Regulator. Dieser beeinflusst u.a. auch bestimmte Kalium-Kanäle. Deren Fehlregulation könnte möglicherweise zur Pathogenese von NCL beitragen.

 Zwischenbericht des Forschungsprojekts von Prof. Davidson als PDF (~ 11 KB)

 

4. Gentherapie für die juvenile NCL (Prof. Crystal, USA)

Seit dem 1. August 2008 finanziert die NCL-Stiftung bei Prof. Ronald Crystal die Entwicklung einer Gentherapie für die juvenile NCL. Dieses Projekt konnte nur aufgrund der massiven Unterstützung von "Bild hilft - Ein Herz für Kinder" gestartet werden.

Es wurden bisher vier verschiedenartige „Genfähren“ hergestellt. Erfolgreiche funktionelle und toxikologische Testungen im Mausmodell vorausgesetzt, könnten in 2012 erste Untersuchungen an größeren Tiermodellen erfolgen. Eine klinische Studie in 2015 rückt damit in greifbare Nähe.

 


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