Wegweisende publikation von rebecca ahrens-Nicklas

Gewinnerin des 8. NCL-Forschungspreises publiziert die Ergebnisse


Wir freuen uns immer sehr, wenn von uns geförderte Forschungsprojekte zu einem Erkenntnisgewinn auf dem Weg zu einer Therapie für NCL-Erkrankungen beitragen!


Dies ist bei der aktuellen Publikation von Rebecca Ahrens-Nicklas der Fall. Für ihre Projektidee erhielt sie 2018 zusammen mit Eric Marsh unseren 8. NCL-Forschungspreis und sie hat nun die Ergebnisse veröffentlicht. Sie werfen Licht auf Krankheitsmechanismen bei CLN3, der juvenilenNCL, die bisher noch nicht wirklich verstanden sind.


Hier ist ihre Zusammenfassung:


„Obwohl bei zwei Dritteln der lysosomalen Speicherkrankheiten (LSDs) neurologische Symptome auftreten, verstehen wir bei den meisten nicht die Mechanismen, die der Hirnfunktionsstörung zugrunde liegen. Eine wichtige unbeantwortete Frage ist, ob das pathogene Merkmal der LSDs, die Ansammlung von Speichermaterial, funktionelle Defekte direkt hervorruft oder ob sie eine Nebenwirkung der Krankheit ist. Außerdem wissen wir bei den meisten LSDs nicht, wie sich der Funktionsverlust einzelner Zelltypen auswirkt. Die Klärung dieser kritischen Fragen ist für die Entwicklung von Therapien von entscheidender Bedeutung.
In dieser Studie haben wir die Auswirkungen einer genetischen Wiederherstellung in unterschiedlichen Zelltypen auf die Funktionsstörung der neuronalen Schaltkreise bei der CLN3-Krankheit untersucht. Wir haben hierbei die Cln3-Expression durch eine Genübertragung in einem CLN3-Mausmodell wiederhergestellt.
Überraschenderweise stellten wir fest, dass eine Wiederherstellung der Cln3-Expression in den Neuronen allein klinisch relevante elektrophysiologische Marker der Netzwerkdysfunktion normalisierte, obwohl erhebliche histopathologische Reste vorhanden waren; dies im Gegensatz zur Wiederherstellung der Expression in Astrozyten.
Also ist der Verlust der CLN3-Funktion in den Neuronen und nicht die Anhäufung von Speichermaterial die Ursache für die neurologische Dysfunktion bei CLN3-Erkrankungen. Dies deutet darauf hin, dass das Beseitigen von Speichermaterial ein ungeeignetes Ziel für die Entwicklung von Therapien und ein unwirksamer Biomarker sein könnte“.
 
Sie finden die Publikation hier.

Herzlichen Glückwunsch an die Autoren und nochmals ein großes Dankeschön an die Joachim Herz Stiftung für das Sponsoring des NCL-Forschungspreises!

 

09/05/2022