Forschungsförderung


Seit 2002 investieren wir in die Erforschung der tödlichen Kinderdemenz NCL. Zum einen möchten wir die Ursachen besser verstehen und zum anderen eine Therapie entwickeln, um die Kinderdemenz NCL in Zukunft heilen zu können. Hierfür loben wir jährlich unseren NCL-Forschungspreis aus. Mit dem Preisgeld in Höhe von 50.000 € werden Projekte gefördert, die zur Heilung von NCL beitragen. Des Weiteren werden die Spendengelder in Doktorandenstipendien investiert. In diesem Bereich sind wir weltweit der größte Einzelförderer. Um schnell auf neue Entwicklungen unbürokratisch reagieren zu können, werden auch kurzfristig „Starthilfen“ vergeben. Diese Kurzprojekte können dann ggf. in größere Projekt ausgeweitet werden. Da es Schnittstellen zwischen Kinder- und Altersdemenzen gibt, wurde 2019 ein neuer Förderpreis ins Leben gerufen – der „Neurodegeneration Award“. Hiermit soll gezielt die Schnittmengen-Forschung unterstützt werden. Für unsere Arbeit auf diesem Gebiet haben wir 2017 den "HanseMerkur Anerkennungspreis für Kinderschutz" erhalten.

 

Wenn Sie regelmäßig über Neuigkeiten im Bereich der NCL-Forschung informiert werden wollen, können Sie sich gerne für unseren Forschungsnewsletter anmelden. Bei Fragen zum Thema Forschung oder Interesse an einer Förderung wenden Sie sich bitte an Dr. Herman van der Putten, Antragsformulare finden Sie auf unserer englischen Webseite.

 

Eine Zusammenstellung aller aktuell geförderten Forschungsprojekte finden Sie jeweils in unserem Jahresrückblick.

Doktorandenstipendien

Doktorandenstipendien werden für eine Dauer von bis zu drei Jahren vergeben. Die Kandidaten für eine Förderung können von ihren Betreuern vorgeschlagen werden. Anschließend wird ein Interview vom Forschungsleiter der NCL-Stiftung vorgenommen. Falls es zu einer Förderung kommt, sind regelmäßige Berichterstattungen und Laborbesuche wesentliche Bestandteile. Hier stellen wir ein paar unserer Doktoranden und ihre Projekte vor.

Daniela wird in Kooperation mit Evotec testen, welche von 2.000 potentiellen Wirkstoffen den Zustand der kranken NCL-Nervenzellen verbessern können. Evotec ist aufgrund der Infrastruktur und langjährigen Expertise der ideale Partner, um diese Projekt durchzuführen.

 

Betreuer: Dr. Guido Hermey, UKE, Hamburg

Förderer: Heinrich Hartmann Stiftung 

Doktorandin Daniela Borchert
Doktorandin Daniela Borchert

Katarzyna überprüft die Rolle von CLN3 bei der intrazellulären Kommunikation zwischen Mitochondrien und Lysosomen unter verschiedenen Stoffwechselbedingungen. Die identifizierten Abweichungen können helfen, neue Therapieansätze zu identifizieren.


Betreuer: Dr. Nuno Raimundo, Universitätsmedizin Göttingen
Förderer: dgroup, Hans Rosenthal Preis, HAORI-Stiftung Bremen, Heinz und Heide Dürr Stiftung, Online-Aktion von Julia Risel, von Poll GmbH.

Doktorandin Katarzyna Wieciorek
Doktorandin Katarzyna Wieciorek

Emily widmet sich den Herzmuskelzellen mit NCL-Defekt und untersucht diese auf ihre Funktionsfähigkeit. Herzprobleme sind eine typische Begleiterkrankung von NCL.

Betreuer: Dr. Katja Rietdorf, The Open University, Milton Keynes

Förderer: Batten Research Fonds, Bijou Brigitte Stiftung, Böttcher-Stiftung, NCL-Golf-Trophy, RT4-Golfturnier, Stichting Beat Batten!

Doktorandin Emily Coode
Doktorandin Emily Coode

Weitere Forschungsprojekte

Mit Hilfe moderner Proteinkristallisationsmethoden arbeitet Katharina daran, die Struktur des CLN3-Proteins zu entschlüsseln. Der erste Schritt ist es, ein Protokoll zur Expression und Aufreinigung des Membranproteins zu entwickeln, um über die Struktur Rückschlüsse auf die Funktion ziehen zu können. Betreut wird das Projekt von Prof. Henning Tidow an der Universität Hamburg.

 

Wir freuen uns, dass wir dank Spenden und der großzügigen Unterstützung von ContactpuntNCL, AstraZeneca und der Helga und Alfred Buchwald-Stiftung das Forschungsprojekt in Höhe von 30.000 € fördern können!

Katharina Jungnickel, NCL-Forscherin
Katharina Jungnickel, NCL-Forscherin

NCL-Forschungspreis

Besonders preiswürdig sind innovative klinisch-orientierte Projekte. Das Preisgeld wird für die Finanzierung einer Postdoktoranden-Stelle eingesetzt, um das eingereichte Projekt umzusetzen und den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Es werden weltweit Forscher/innen aufgefordert, Projekte einzureichen, um zur Heilung der juvenilen NCL beizutragen. Vor allem Wissenschaftler/innen aus verwandten Gebieten wie Alzheimer, Altern und lysosomale Speicherkrankheiten werden ermutigt, einen Antrag zu stellen.

Mit dem 10. NCL-Forschungspreis wurde 2020 das Projekt "CLN3 metabolic function: from basic discovery to biomarker development" von Dr. Monther Abu-Remaileh von der Stanford University, USA, ausgezeichnet. Es hat zum Ziel, Biomarker zu entwickeln zur Unterstützung von Diagnose und Therapie der juvenilen NCL, auch CLN3 genannt. Biomarker für NCL und besonders für die mit am häufigsten auftretende Form CLN3 zur Verfügung zu haben, ist bis heute ein ungedeckter medizinischer Bedarf. Sie sind jedoch unerlässlich, um als Indikatoren den Verlauf und den Erfolg von Therapien während der Medikamentenentwicklung beurteilen zu können. Monther Abu-Remaileh und seine Arbeitsgruppe konnten in CLN3 erkrankten Zellen eine massive Anhäufung spezifischer Stoffwechsel-Abbauprodukte feststellen. Wird die normale CLN3-Funktion wiederhergestellt, ist ein Genesen der Zellen zu beobachten. In präklinischen Untersuchungen wollen die Forscher nun überprüfen, ob die Menge dieser Stoffwechsel-Abbauprodukte in den Zellen als signifikanter Biomarker für die CLN3-Erkrankung dienen kann.

Förderer: Joachim-Herz-Stiftung

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NCL-Forschungspreise
Alle Preisträger seit der ersten Vergabe 2009 finden Sie in der beigefügten Liste.
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Prof. Dr. Monther Abu-Remaileh, Preisträger des 10. NCL-Forschungspreises. Copyright: Monther Abu-Remaileh
Prof. Dr. Monther Abu-Remaileh, Preisträger des 10. NCL-Forschungspreises. Copyright: Monther Abu-Remaileh

Neurodegeneration Research Award

Dank der großzügigen Unterstützung der Joachim Herz Stiftung  konnte die NCL-Stiftung 2018 erstmalig den Neurodegeneration Research Award” vergeben. Das Ziel ist es, die Forschungssynergien zwischen der Kinderdemenz und den altersbedingten Neurodegenerationen zu fördern. Mit dem Preisgeld in Höhe von 100.000 € soll eine Postdoktorandenstelle für zwei Jahre finanziert werden. Es müssen sich zwei Labore aus den genannten Gebieten gemeinsam bewerben. Der Postdoktorand soll so die Möglichkeit erhalten, in beiden Laboren zu forschen, um den Austausch der jeweiligen Expertise zu gewährleisten.

Der mit 100.000 Euro dotierte „Neurodegeneration Research Award“ 2018 geht an zwei Neurowissenschaftlerinnen aus München und Boston: Mit dem Preisgeld wollen Sabina Tahirovic, vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE) und Susan Cotman, vom Massachusetts General Hospital, Gemeinsamkeiten von Demenzerkrankungen bei Kindern und Erwachsenen erforschen. Im Fokus des auf zwei Jahre ausgelegten Projekts stehen die Immunzellen des Gehirns. Trotz aller Unterschiede haben Kinderdemenzen eine Reihe von Gemeinsamkeiten mit der Alzheimer Demenz. Dazu gehört die Aktivierung der Immunzellen des Gehirns, der sogenannten Mikroglia. In der Folge entwickelt sich eine chronische Entzündung. Die Wissenschaftlerinnen wollen verstehen, wie sich die Mikroglia bei der Kinderdemenz verändern und warum sie in einen Zustand dauerhafter Aktivierung übergehen. Auf dieser Grundlage sollen neue Ansatzpunkte für die Therapie gefunden werden, die auch hinsichtlich der Behandlung von Alzheimer erforscht werden könnten.

v.l.n.r.: Dr. Frank Stehr, Vorstand der NCL-Stiftung, die Preisträgerinnen Dr. Susan Cotman und  Dr. Sabina Tahirovic sowie Dr. Henneke Lütgerath, Vorstandsvorsitzender der Joachim Herz Stiftung. Quelle: DZNE / Volker Lannert.
v.l.n.r.: Dr. Frank Stehr, Vorstand der NCL-Stiftung, die Preisträgerinnen Dr. Susan Cotman und Dr. Sabina Tahirovic sowie Dr. Henneke Lütgerath, Vorstandsvorsitzender der Joachim Herz Stiftung. Quelle: DZNE / Volker Lannert.

Kurzprojekte

Es können auch Förderanträge für „kleine“ Projekte gestellt werden. Dabei sollte es sich um Projekte handeln, welche sich gezielt translatorischen Fragen widmen und somit eine Grundlage für neue Forschungsprojekte schaffen.

 

Weltweite NCL-Standorte
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